Gold für Patti und Dima

Am Ende waren beide erleichtert. Ein Rückhand-Aufschlag von Dimitrij Ovtcharov, ein aggressiver Vorhand-Topspin von Lars Hielscher, der aber knapp über den Tisch flog – und das Finale im Herren-Doppel war entschieden. Die neuen Deutschen Meister, Dima Ovtvcharov und Patrick Baum, hatten sich mit 4:3 gegen Bastian Steger und Lars Hielscher behauptet. So knapp hätte es aber gar nicht werden müssen. „Wir haben ja schon mit 2:1 und 10:5 geführt und den Satz noch verloren”, erinnerte DONC-Star Dima. „So etwas darf eigentlich nicht passieren.”
Sein Freund Patrick Baum pflichtete ihm bei: „Wir haben’s uns selbst ein bisschen schwer gemacht. Nachdem wir den vierten Satz noch verloren haben, gab es schon einen Bruch. Aber das haben wir noch gut gemeistert.”
Zum zweiten Mal nach 2008 sind nun also Baum/Ovtcharov Deutsche Meister im Doppel. Hielscher/Steger hatten den Titel bereits 2006 geholt. Patti Baum befand: „Es ist schön, das Doppel gewonnen zu haben. Ich war gestern schon sehr enttäuscht.”
Damit spielte der Linkshänder auf sein Viertelfinal-Match gegen Steffen Mengel an, das er nach großem Kampf knapp mit 2:4 verloren hatte. „Ich hab’ mein Bestes gegeben und auch gut gespielt, aber Steffen ist halt einfach gut drauf im Moment.”
Tatsächlich war der Höhenflug Steffen Mengels erst von Timo Boll zu stoppen, der dem 1,95 langen Hünen im Halbfinale allerdings äußerst deutlich die Grenzen aufzeigte. Beim 4:0-Sieg Bolls bekam Mengel 11 Punkte – in allen vier Sätzen zusammen.
Bolls Finalgegner hätte Dima Ovtcharov sein können, doch der musste im Halbfinale Christian Süß gratulieren. „Ich hab’ meine Chance wieder nicht genutzt”, kommentierte er selbstkritisch. „Bei 2:2 und 8:6 hab’ ich zwei einfache Bälle verschlagen. Mit 9:7 und eigenem Aufschlag hätte das anders ausgesehen, und aus einem 0:2-Satzrückstand heraus mit 3:2 in Führung zu gehen, hätte wahrscheinlich gereicht.” Süß allerdings bot eine starke Leistung, die er auch im Endspiel gegen Timo Boll bestätigte: Mit einem 4:3-Sieg gegen den Titelverteidiger gelang ihm die größte Überraschung des Turniers.
Christian Süß Deutscher Meister: Wer hätte das gedacht?
Auch bei den Damen gab es zahlreiche Überraschungen. Die Favoritinnen Elke Schall und Wu Jiaduo erreichten beide nicht das Finale, das Kristin Silbereisen gegen die erst 15-jährige Petrissa Solja gewann. Das Damen-Doppel gewannen ebenfalls Außenseiter: Die Teenager Sabine Winter und Kathrin Mühlbach behaupteten sich im Endspiel gegen Wu Jiaduo/Elke Schall.
Für die DONIC-Teams Deutschland sieht es damit gut aus: Sowohl die Frauen als auch die Männer sind auf breiter Front gut aufgestellt. Schon in knapp zwei Wochen, bei den German Open in Berlin, kommt die nächste Gelegenheit, dies zu beweisen.
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